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Montag, 15. September 2008

Musikalischer Hochgenuss

Gospelchor Lingenfeld begeistert Hörer in der Dreifaltigkeitskirche Speyer

Von unserem Mitarbeiter
Rainer Köhl

Dicht gefüllt war die Dreifaltigkeitskirche Speyer am Samstagabend beim Auftritt des Gospelchors Lingenfeld. Das Publikum weiß längst, was es an diesem Chor hat: Gesangskunst vom Feinsten, eingebungsvoll und mitreißend vorgetragene Gospel- und Popsongs. Das Konzert wurde für eine neue Live-CD mitgeschnitten.


Der Gospelchor Lingenfeld ist ein echter Vorzeigechor in der hiesigen Musiklandschaft. Hohe Professionalität und musikalische Perfektion ist die Basis für ein Singen, das durch Klangkraft und -schönheit gleichermaßen begeistert, ein Singen, das unter der Leitung des Musiklehrers an der Speyerer Edith-Stein-Schule, Meinhard Emling, ebenso viel Schwung wie sicht- und hörbare Begeisterung mit hineinbringt.


Alte Gospels werden keineswegs altbacken interpretiert: Die choreigene Band fügte sehr viel Funk und Soul hinzu, so dass das Ergebnis ebenso modern wie tiefschwarz, afroamerikanisch eingefärbt klang. Das traditionelle Gospel-Medley, das Sabine Schutzius solistisch mit schönster Bluesröhre bereicherte, gewann hier ebenso starke Fahrt wie das rhythmisch ungemein mitreißende „Chosen".


Hervorragende Solisten hat der Chor in seinen Reihen, und deren Beiträge waren eine ganz vortreffliche Bereicherung des Programms. Mit schön samtig und soulig schmiegsam eingefärbtem Alt und bester Ausdruckskraft sang Leni Deubig „You‘ve Got A Friend". Eine frische Stimme über schön leuchtendem Chorgesang ließ Pia Knoll hören bei „Change The World". Daneben glänzte die Sängerin in einem klangschön intensiv gesungenen „Wishing You Were Somehow Here Again".


Raffinierte Arrangements bereicherten auch so manchen gospel-getönten Popsong wie „Bridge Over Troubled Water", der in weich intoniertem Männergesang und sanft leuchtenden Vokalisen der Frauenstimmen sowie in Begleitung von Klavier und Orgel einen wunderbaren Wohlklang strömen ließ, am Ende hymnisch hochgesteigert. Mit der hohen Kunst des A-cappella-Gesangs begeisterte der Chor nicht minder, etwa in dem rhythmisch zündenden „Witness".


Bei diesem Konzert war musikalisch und klanglich alles vom Feinsten - ein Hochgenuss. Große Begeisterung schlug immer wieder Uli Rembor entgegen, der mit stimmgewaltigem Bluesorgan etliche Songs sang. Und schier aus dem Häuschen geriet das Publikum das eine ums andere Mal, als Annette Holländer ihre expressive, wunderschön vibrierende Stimme erhob; bei dem ekstatisch hochgesteigerten „Lean On Me" riss sie mit ihrer Leidenschaft die Hörer von den Sitzen. Und der Gospelchor Lingenfeld beeindruckte bei alldem mit einer blitzsauber intonierten Leuchtkraft und Vitalität, die das Publikum jubeln ließ.

 

VON: DIE RHEINPFALZ, SPEYERER RUNDSCHAU – KULTUR REGIONAL